Wieder Passionsspiele in Wallenhorst

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Nachdem 2019 mit dem Stück "Die ersten Zwölf" das letzte Passionsspiel der CJC Malgarten e.V. unter der Leitung von Pastor Anton Behrens über die Bühne ging, wagt der neu gegründete Wallenhorster Verein "PiO e.V. - Passionsspiele im Osnabrücker Land" ein weitreichendes Erbe anzutreten. Der Verein möchte mit "Sieben Tage, die die Welt veränderten" die lange Tradition von Passionsspielen in Wallenhorst wieder aufgreifen. 

 
Laienschauspiele haben in Wallenhorst eine lange Tradition. Von 1974 bis 2019 hat die "Passionsspielgemeinschaft im Osnabrücker Land" unter der Leitung der CJC Marlgarten e.V. regelmäßig Passionsspiele aufgeführt.
 
 
 Passions und Osterspiel 1956
Programmheft zum Passions- und Osterspiel 1957 
 
 
Die Tradition reicht aber noch weiter zurück. Bereits in den 1950er Jahren wurden regelmäßig biblische Dramen aufgeführt. Im Jahre 1950 versammelte der damalige Hollager Pastor Paul Lichtenbäumer eine Laienspielschar, die im Winter 1950/1951 mit dem Stück "Der verlorene Sohn" an die Öffentlichkeit trat. Als Spielleiter konnte der bekannte westfälische Regisseur Anton Funke gewonnen werden. Bei den Aufführungen „Bettler vor dem Kreuz“ im Winter 1953 waren in einigen Szenen bis zu 70 Laienspieler auf der 16 m breiten Bühne. 
 
 
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Zu den "Hollager Winterspielen", die alljährlich in einem Zeitraum von ca. drei Monaten fast jeden Sonntag stattfanden, strömten die Besucher aus nah und fern scharenweise. Die Chronik vermerkt immer wieder Gäste aus Kirche und Politik, die sich damals im Saal Barlag zu den Aufführungen einfanden. 
 
 
Es war nicht leichte Kost für einen unterhaltsamen Nachmittag, den die jungen Darsteller aus Hollage, Wallenhorst und Rulle an jedem Sonntag von Januar bis Ostern auf die Bühne brachte. Für Pastor Lichtenbäumer war es eine zeitgerechte Form der Glaubensverkündung. In der ersten Spielzeit im Winter 1950/1951 sammelten alle Beteiligten mit der Aufführung „Der verlorene Sohn“ noch Erfahrungen. Es wurde im Saal Barlag und auch in Sälen in Wallenhorst, Rulle, Vörden, Borgloh und Haste gespielt. Die Erfahrungen führten dazu, dass in den Folgejahren nur noch im Saal Barlag gespielt wurde. 
 
 
Bild Weihbischof als Gast in Hollage
Zu den Aufführungen der Laienspielschar kamen Zuschauer aus der gesamten Region, es fuhren aus Osnabrück hierzu Sonderbusse auf zwei Linien. Ehrengäste waren alljährlich Vertreter des Landkreises Osnabrück, der Bezirksregierung Osnabrück und auch des Bistums Osnabrück. Auf dem Foto ist Weihbischof Johannes von Rudolf zusammen mit Domkapitular Dr. Paul Schaeper und Generalvikariatsrat Josef Gerdts zu sehen. Foto: Herbert Müller
 
 
Als Pastor Lichtenbäumer im Januar 1958 Hollage verließ, da war auch diese außergewöhnliche Ära, die sowohl Kultur als auch Glaubensverkündung war, zu Ende. Die Aufführungen der Laienspielschar konnte er in den letzten Monaten, als diese das biblische Drama „Hiob“ spielte, nicht mehr begleiten.
 
 
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Der Vorstand des PiO e.V.: Daniel Ruther, Reinhard Dopheide, Christine Schulte-Silberkuhl (Kassiererin), Maik Schoske, Volker Holtmeyer (2. Vorsitzender) und Ingo Witte (1. Vorsitzender) - nicht auf dem Foto: Marc Schulte-Silberkuhl
 
 
Da es seit 2019 keine Passionsspiele in der Region mehr gibt, hat sich im vergangenen Jahr der Verein "PiO e.V.- Passionsspiele im Osnabrücker Land" gegründet, um einen Neuanfang zu wagen. Viele Mitwirkende, Musiker, Sänger, Maskenbildner, Techniker für Bild und Ton, für Bühnenbau, Requisite und Effekte, die sich bereits jahrelang in der „Passionsspielgemeinschaft im Osnabrücker Land“ engagiert hatten, sind nun auch wieder mit viel Begeisterung dabei. Denn es ist die Begeisterung für die Sache selbst – das Engagement für jene Botschaft, die dem Leben Sinn, Ziel und Kraft gibt.
 
 
In diesem Jahr wird das Passionsspiel "Sieben Tage, die die Welt veränderten" vom PiO e.V. zweimal in der Gymnastikhalle in Wallenhorst aufgeführt: am Palmsonntag um 15.00 Uhr und am Karfreitag um 19.00 Uhr. Weitere Informationen hierzu unter: www.passionsspiel.de
 
Text: Volker Holtmeyer & Franz-Joseph Hawighorst