Kolpingsfamilie Hollage zu Besuch in Kroatien

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Die Teilnehmerin Christa Nöring berichtet von der Pilgerreise vom 16. bis 24. Oktober nach Kroatien. Sie war Ende der 1990er Jahre bei den ersten Jugendbegegnungen in Petrinja und Hollage aktiv dabei. Musikalisch mit Gitarre begleitete sie diese Reise mit Volks- und Kirchenliedern.

Nach einigen Wochen der Vorfreude ging es am 16.10.23 endlich los Richtung Kroatien. Um 5 Uhr startete unser Bus mit Hein-Sepp Ellermann von der Kolpingsfamilie Hunteburg und Hubert am Steuer zur ersten Etappe. Bevor wir aber das Hauptziel unserer Reise –  unsere Partnergemeinde in Hrastovica – erreichten, gab es noch viel Schönes zu entdecken.

Den ersten Abend verbrachten wir in Spittal/ Kärnten, um von dort am Folgetag zum Wörthersee aufzubrechen. Dort feierten wir unsere erste Heilige Messe in der Wallfahrtskirche Maria Wörth mit unserem geistlichen Begleiter Ludwig Haas. Anschließend ging es weiter nach Klagenfurt, wo wir einen Spaziergang am See und dann eine Kaffeepause mit leckerem Kuchen am Bus machten. Ein besonderes Erlebnis war die Schifffahrt über den 16,5 km langen Wörthersee bis nach Velden. Uns wurden wunderschöne Fotomotive wie das weiße Schloss, der Bootsanleger in Pörtschach oder auch die sich im Wasser spiegelnden Häuser und Bäume am Ufer geboten. Am späten Nachmittag ging es dann zurück zum Gasthof Kasperle, wo ein leckeres Abendessen auf uns wartete.

Mittwochmorgen stiegen wir pünktlich in den Bus, um Richtung Slowenien aufzubrechen. Dort machten wir eine kleine Pause in Bled, um am schönen Bleder See die Beine zu vertreten und einige Fotos zu machen. Sowohl die alte Burg am gegenüberliegenden Ufer wie die Kircheninsel mit der Wallfahrtskirche Mariä Himmelfahrt boten ein idyllisches Bild. Weiter ging es Richtung Postojna, um dort die berühmte Höhle – auch als Adelsberger Grotte bekannt – zu besichtigen. Von dieser gigantischen Tropfsteinhöhle waren alle fasziniert. Während der deutschen Führung gab es einige Informationen zur Entstehung der riesigen, in Jahrtausenden entstandenen Gebilde. – Nach der Führung ging es gemütlich zum Bus, um unser Hotel Lucija in Kostrena / Rijeka zu erreichen.

Am Donnerstag war eine Bootstour auf der Adria geplant, die aber wegen des stürmischen Wetters abgesagt werden musste. So ging es in den bekannten Badeort Opatija, der uns mit stürmischen Winden und hohen Wellen in Empfang nahm. Alle machten gut beschirmt einen Spaziergang und kehrten für ein Eis oder warmes Getränk in einem der geöffneten Cafés ein. Danach fuhren wir nach Rijeka, wo wir in knapp 2 Stunden die Stadt erkunden konnten. Die Kathedrale öffnete erst um 15 Uhr, so dass vor unserer Weiterfahrt noch eine kurze Besichtigung möglich war. – Nun erwartete uns ein Besuch im Franziskanerkloster Trsat, das auf einer Anhöhe der Stadt errichtet wurde. Dort feierten wir unseren zweiten Gottesdienst mit Ludwig und konnten anschließend die Klosteranlage – Kreuzgang, Kapelle und den Innenhof besuchen. Nach dem Abendessen im Hotel entdeckten wir die kleine Bucht unterhalb des Hotels, die in der abendlichen Stimmung sehr einladend wirkte.

Nach einer zweiten Nacht im Hotel Lucija ging es weiter Richtung Hrastovica. Doch wir machten einen Umweg, um die berühmten Plitvicer Seen zu besuchen. Was für ein Erlebnis! Die 4 km lange Besichtigungstour bot viel Schönes: Holzwege durch türkisfarbene Wasserflächen – der große Wasserfall – viele kleinere Wasserfälle – Fischschwärme. Mit einem kleinen Elektroboot ging es über den Kozjak-See zu einem anderen Anleger, von dem uns der Panoramazug Richtung Parkplatz brachte. Bei einem Spaziergang an der östlichen Seite des Canyons konnten letzte Fotos geschossen werden.

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Gegen 20 Uhr kamen wir dann in Hrastovica an, wo unsere Freunde aus der Partnergemeinde St. Bartholomäus uns im Pfarrhaus in Empfang nahmen und mit einem leckeren Abendessen verwöhnten. Bei Slibovitz und anderen Getränken wurde viel hin und her übersetzt und gelacht. Nun ging es in die verschiedenen Quartiere, wo der Abend mit interessanten Gesprächen ausklingen konnte.

Der Samstag war vorgesehen für eine Besichtigung der Hauptstadt Zagreb. Dazu trafen wir uns mit Nicolina, die seit vielen Jahren Teil unserer Partnergruppe ist. Sie führte uns mit ihrer lieben kleinen Tochter Marta zu vielen interessanten Orten und erzählte über die Geschichte der Stadt. Wir sahen z.B. die Kathedrale, das Steinerne Tor, ein Stadtbild des Heiligen Georg mit roter Krawatte, die Kirche St. Markus mit Wappen auf dem Dach und einige Straßenzüge in der Fußgängerzone. Zum Mittagessen fuhren wir in den Stadtteil Sestinski in ein imponierendes Restaurant, wo ein besonders leckeres Mittagessen von unseren Gastgebern bestellt war. – Unser nächster Programmpunkt war ein Besuch im Kinderheim in Leskovac, das seit vielen Jahren Spenden aus vom Kroatienkreis St. Josef erhält. Nach einem Getränk und Keksen konnten wir uns das Gelände und ein Wohnhaus der Kinder anschauen. Wir freuten uns, dass die Kinder in ihrem neuen Zuhause bei den Schwestern so liebevoll betreut werden.

Anschließend fuhren wir zurück nach Hrastovica, wo am Abend ein großer Folkloreabend stattfand. Nach vielen engagierten Gesangsbeiträgen aus Hrastovica, Petrinja, Sisak und sogar Split wurde gegessen, getrunken und getanzt. Völlig erschöpft gingen wir schließlich ins Bett.

Sonntagmorgen feierten wir nach dem Frühstück den Gemeindegottesdienst mit. Danach wurde uns die vom Erdbeben 2020 zerstörte Kirche gezeigt. Der Altarraum komplett zerstört, große Risse im Mauerwerk und Wände ohne Putz – ein trauriges Bild. Allen wurde klar, dass Hilfe auch weiterhin wichtig ist. - Dann fuhren wir los, um Bischof Vlado zu treffen, der von der ersten Stunde an gemeinsam mit Pastor Anton Behrens und den daraus entstandenen Kroatienkreis die Partnerschaft aufgebaut hat. Es war zu spüren, dass auch ihm die Begegnung sehr am Herzen lag.

Nach dem Mittagessen ging es nach Sisak: Blick auf die Kathedrale und das Bischofshaus – Gang an das Ufer der Save – ein leckeres Eis in der Fußgängerzone. Das letzte Abendessen im Pfarrhaus galt dem Austausch wichtiger Grußworte aus Voxtrup und Hollage. Hubert W. übergab zur Erinnerung an das Jubiläum ein Bild und Spendencheck an Pater Mate und Mitglieder vom Kirchenvorstand. Auch er, Nada sowie Mladen und Jura als Vertreterin der kroatischen katholischen Kirchengemeinde St. Bartholomäus Hrastovica drückten ihre Dankbarkeit für die jahrelange Unterstützung und die entstandene Freundschaft aus. Ein sehr emotionaler Abend!

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Am Montagmorgen hieß es Abschied nehmen mit der Gewissheit, dass es weiterhin ein Wiedersehen geben wird. Wir wurden auf der Weiterfahrt nach Varazdin von Mladen und Jura aus Hrastovica begleitet, da dort ein Besuch bei Pater Drago anstand. Er war vorher Gemeindepriester in Hrastovica und hält regelmäßig Kontakt zu Hubert Wächter. Wir wurden von Pater Drago in Empfang genommen und er führte uns über den historischen Friedhof der Stadt. Anschließend gab es eine Kloster- und eine Stadtführung – eine beeindruckende Erfahrung für alle. Nach einem reichhaltigen Mittagessen mit den Klosterbrüdern ging es weiter Richtung Deutschland. Die letzte Übernachtung war in Windorf an der Donau gebucht. Nach einer letzten Etappe im Bus kamen wir am Dienstagabend wohl behalten in Hollage an. Hubert bedankte sich zum Schluss für die tolle Gemeinschaft und den vielen aktiven Beiträgen zum Gelingen der Fahrt, den Busfahrer, das Picknickpersonal, unserer Dolmetscherin Eva, den Liturgiekreis und nicht zuletzt den Teilnehmerinnen die den leckeren gespendeten Kuchen für unterwegs gebacken haben. Ein großer Dank gilt Hubert Wächter, der sich mit unglaublicher Energie um die Planung und Durchführung dieser Reise gekümmert hat.