Ein Stromgenerator für die Suppenküche - Kolpingsfamilie Hollage bringt Hilfsgüter in die Ukraine

Christa Nöring berichtet von der Reise und ihren Eindrücken:

Am Dienstagmorgen ging es von Hollage los in Richtung Czernowitz / Ukraine in einem VW Van mit Anhänger, beides bis unter das Dach beladen mit Stromgeneratoren, Klapptischen und -bänken sowie circa 100 Kartons mit Hilfsgütern. Es lagen 1650 Kilometer Strecke vor uns: über Polen mit Übernachtungen in Legnica und Korczowa ging es am 12. Februar in die Ukraine. Unser Ziel war die Kolpingzentrale in Czernowitz, die seit Beginn des Krieges 2022 eine Suppenküche für Flüchtlinge und ein Warenlager betreibt, das Hilfslieferungen in weitere Landesteile verteilt.  Bei dem ersten Besuch im Februar 2025 wurde deutlich, wie wichtig unsere Hilfe für die Menschen in Czernowitz ist.

Nach der Begrüßung am Donnerstagabend wurde entschieden, das Ausladen am nächsten Tag zu erledigen, da einige Helfer kommen würden. Ludwig Markoljak brachte uns zum Hotel Bukowina, wo wir trotz einiger Bedenken zwei ruhige Nächte verbrachten. Am Freitag nach dem Frühstück trafen wir uns in der Kolpingzentrale. Mit Vasyl Savka und Ludwig fanden Gespräche über die aktuelle Situation in der Ukraine statt. Am Vormittag gingen wir mit Ludwig in die Suppenküche, wo er uns alle Abläufe erklärte. Wir lernten die acht Frauen kennen, die seit vier Jahren von Montag bis Samstag jeweils 7 bis 14 Uhr (gegen eine geringe Aufwandsentschädigung) dafür sorgen, dass 550 Portionen an Flüchtlinge und zwei Krankenhäuser ausgegeben werden können. Was für eine Leistung!

Wir konnten auch mit einigen Geflüchteten sprechen und uns Dank Ludwigs Übersetzung verständigen. Von den ungefähr 100.000 Flüchtlingen in der Stadt ist der größte Teil aus Mariupol, Cherson und Charkiw. Die persönlichen Schicksale und die große Dankbarkeit der Menschen haben uns tief berührt. Wenn das Geld nur für die Miete reicht, ist die kostenlose Mahlzeit in der Suppenküche eine große Hilfe im Alltag. Anschließend fuhren wir mit Ludwig zur Tuberkulose-Klinik und zum Veteranenkrankenhaus, um das Mittagessen auszuliefern. Auch hier waren alle sehr dankbar für die Unterstützung. Wir durften auch Vladimir Tereshkin kennenlernen. Er betreibt eine Bäckerei mit mehreren Filialen und spendet seit vier Jahren für die Suppenküche täglich 70 Brote - eine unverzichtbare Unterstützung!

Danach wurde im Lager der Van und der Anhänger ausgeräumt. Mit acht Personen war dies schnell erledigt. Hubert Wächter von der Kolpingsfamilie Hollage, der Organisator unserer Fahrt, überreichte an Vasyl Savka 550 Euro. Großzügige Spender hatten uns dieses Geld mit auf den Weg gegeben, das sinnvoll zum Betreiben des großen Generators genutzt werden kann: in vier Stunden werden 20 Liter Diesel benötigt. Da vom Staat täglich nur circa anderthalb bis zwei Stunden Strom geliefert wird, ist die Suppenküche auf den Generator angewiesen.

Bei einem Abstecher zur Universität Czernowitz begegneten wir zwei Soldaten der ukrainischen Armee, die sich bei Ludwig mit einer Ehrenmedaille für sein Engagement bedankten. Er hatte über die Kolpingsfamilie warme Kleidung für die Soldaten an der Front organisiert. Ludwig war von der Auszeichnung überrascht und tief gerührt. Wir sind dankbar, dass wir dies miterleben konnten. Der humanitäre Einsatz der Ukrainer - schon über vier Jahre - hat uns alle beeindruckt und verdient unseren tiefen Respekt.

Bei Pizza und einem kühlen Getränk ließen wir den Abend mit Ludwig gemeinsam ausklingen. Am Samstag hieß es ab ins Auto und Aufbruch Richtung Polen. Es ging mit Übernachtungen in Korczowa und Schirgiswalde zurück nach Hollage. Wir nutzen die lange Fahrt, um das Erlebte zu reflektieren. In der persönlichen Begegnung spüren die Menschen, dass wir sie nicht vergessen.

In der Kolping-Suppenküche in Czernowitz: Christa Nöring, Sandra Fecht, Küchenchefin Natalia, Ludwig Markoljak, Hubert Wächter und Hubert Nöring (von links).


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